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YouTube - Interview mit Christiane Borowy



Zur Einstimmung auf das Seminar "Achtsamkeit Konflikte verstehen und gewaltfrei lösen" veröffentliche ich hier ein kurzes Video-Interview, das Ingo Woesner vom FRIEDLICH UNGEHORSAM-Kollektiv zum Thema Krieg und Frieden, Achtsamkeit und Konflikt mit mir vor ca. 2 Jahren gemacht hat, am Ende eines Vortrags des renommierten schweizer Friedensforschers Dr. Daniele Ganser zum Thema "Illegale Kriege" im Berliner Kino Babylon.
 
 
zum Interview hier clicken: https://youtu.be/l0PC-6z9Gjo

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Mensch erkenne Dich selbst!

Die Vorbereitungen für das Tagesseminar "Achtsamkeit - Konflikte verstehen und gewaltfrei lösen" in Berlin am 1. Dezember 2018 von 10 bis 17 Uhr laufen auf Hochtouren und die Vorfreude steigt.

Ich versüße die Vorfreude mit einem Ausschnitt aus einem Artikel zum Thema Achtsamkeit und Konflikt, den ich vor kurzem veröffentlicht habe.
https://www.borowita.de/veroeffentlichungen.html

Über Achtsamkeit wird heutzutage viel gesagt, doch was es bedeutet lässt sich anhand eines kleinen gedanklichen Experimentes leicht nachvollziehen. Viel Spaß beim Experimentieren! Wir sehen uns in Berlin!

Ein Experiment

Stellen Sie sich vor, dass sie Urlaub in Thailand machen. Es ist ein warmer Abend und sie sitzen mit einer Gruppe Menschen am Strand um ein Lagerfeuer herum. Sie singen zusammen und reden bei einer Flasche Wein über Reisen, über ihr Haustier und über den Bestseller, den alle gelesen haben und toll finden. Am Ende sind sie glücklich, neue Freunde getroffen zu haben.

Stellen Sie sich nun vor, dass Sie nach Ihrem Urlaub Ihren besten Freund treffen. Sie erzählen ihm begeistert von ihrem Aufenthalt in Thailand und ihren neuen Freunden. Ihr Freund hört sich alles an und sagt schließlich mit ruhiger Miene:

 

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Achtsamkeit in guten und in schlechten Tagen

Ein Credo von mir lautet: "Hinter dem Leid liegt das Glück". 

Das habe ich buchstäblich am eigenen Leib erfahren, als ich Ende April diesen Jahres plötzlich so schwer an einer Entzündung erkrankt bin, dass ich beinahe daran gestorben wäre.

Das war natürlich ein Schock! Denn ich ernähre mich überwiegend gut, rauche und trinke nicht, achte auf meine Gesundheit, bin aktiv und sportlich, nehme allerhöchstens mal eine Schmerztablette, wenn es gar nicht mehr anders geht und war bis dahin das letzte Mal im Krankenhaus, als mein Sohn vor 21 Jahren geboren wurde.

Interessanterweise war der Auslöser (nicht die Ursache) meiner Krankheit ein Konflikt. Das auch noch. Es gab Momente, da war ich fassungslos, warum ausgerechnet ich, die Seminare für Achtsamkeit und Konfliktbewältigung anbietet, durch einen Konflikt körperlich beinahe zur Strecke gebracht wird.

Wie konnte das also passieren? Das habe ich auch einen Arzt gefragt, der mir folgende, für einen Naturwissenschaftler ungewöhnliche, Antwort gab: "Ehrlich gesagt: Schicksal!"

Ach ja! Logisch eigentlich, denn was ich selbst allzu gerne vergesse, wenn ich Achtsamkeit praktiziere, ist: Achtsamkeit dient nicht dazu, Leiden zu verhindern. Leiden gehört zum Leben dazu. Wir lernen daraus. Außerdem geschieht durch das Überwinden von Leiden Heilung. Auf dem Weg zur Heilung kann Achtsamkeit helfen, sich nicht in im Leid zu verlieren und zu verzweifeln, sondern zu beobachten, was an Gedanken und Gefühlen im jeweiligen Augenblick entsteht.

Also habe ich überwiegend das gemacht, was ein Achtsamkeitscoach tun muss: Ich habe geatmet. Durch den Schmerz geatmet, durch die Verzweiflung geatmet, durch die Angst geatmet - so gut es jeweils ging. Sonst wäre ich im wahrsten Sinne des Wortes ohnmächtig geworden.

Es hat mich allerdings schon Mut gekostet, diese Achtsamkeitspraxis auch im Krankenhaus umzusetzen. Doch ich bin gesegnet mit Humor und so habe ich mich von einem schlechten Witz zum nächsten gehangelt. Außerdem habe ich erklärt, dass man sich nicht um das Geatme und Gestöhne kümmern soll, ich müsse das so machen, sonst würde ich den Schmerz nicht bewältigen können. "Hören Sie ja nicht damit auf!" kam zur Antwort. Oder: "Ich verstehe nicht, wie Sie bei den Entzündungswerten noch über den Flur laufen können" "Achtsamkeit!", habe ich hervorgepresst. Das hat zwar für Gelächter gesorgt, weil ich kaum sprechen konnte, aber es war wahr.

Obendrein muss ich sagen, hatte ich sehr viel Glück! ich bin in ein Krankenhaus eingeliefert worden, in dem man auf Pflege geachtet hat: Nicht nur einmal kam es vor, dass ich ermahnt wurde, doch bitte zu schellen, es könne überhaupt nicht sein, dass ich nichts brauche. "Igitt, Ihr Tee ist kalt. Das geht ja gar nicht. Ich hole Ihnen sofort einen frischen.", habe ich nicht nur einmal erlebt. Die Ärztin, die mich operiert hat, hat sich nach der Operation zu mir aufs Bett gesetzt und mir detailliert erzählt, wie sie operiert hat und was das bedeutet.

Außerdem haben sich alle meine Freunde und fast alle meiner Seminarteilnehmer (ich musste viel absagen) rührend um mich gekümmert. Wenn Ihr das lest: An dieser Stelle ein dickes Dankeschön! Mir ist so viel Liebe begegnet, dass ich immer noch ganz überwältigt und gerührt bin, wenn ich daran denke. Als ich meine Arbeit wieder aufgenommen habe, flossen bei vielen, von denen ich es nichtmal geahnt habe, Tränen der Erleichterung. Menschen aus meinem Umfeld haben für mich gebetet - zur gleichen Zeit, obwohl sie sich nicht kannten und teilweise in anderen Ländern wohnen und die Uhrzeit der OP nicht kannten, weil das spontan entschieden wurde. Das finde ich wunderbar, denn ich habe gemerkt: Wir sind alle miteiander verbunden, auch wenn wir das oft nicht ahnen.

Bei dem Auslöser der Krankheit ging es um einen Streit, der sich daran entzündete, dass ich zu viel Zeit für meine Seminare, Singkreise und körpertherapeutische Arbeit aufwenden würde. Derjenige forderte, kürzer zu treten, um mehr Zeit für ihn zu haben. Die finanzielle Sicherheit, die ich dadurch erlangt hätte, war verlockend, aber ich habe "Nein" gesagt. Der Preis war mir zu hoch!

Und genau darum ging es: Mir wurde nochmal deutlich, wieviel mir mein Institut, meine Arbeit und die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, bedeuten und wie sehr auch die Menschen in meinem Umfeld positiv durch meine Arbeit angeregt werden und mich als "Mutmacherin" sehen.

Krankheit und Leid kann uns also auf den Weg führen, sich grundsätzliche Fragen zur eigenen Lebensaufgabe zu stellen und diese immer wieder neu zu ergreifen. Es ist wichtig, mutig zu sein, das Leben beim Schopfe zu packen. Man wird immer getragen: Durch Freunde und sogar durch Menschen, die man bis dahin nur kaum kannte, denen man aber durch die Arbeit aus dem eigenen Herzen heraus wahrhaft begegnet ist.

Ich habe so viel Solidarität, Verbundenheit und Liebe erlebt während der Krankheitstage und danach, wie nie zuvor in meinem Leben.

Darüber bin ich so glücklich. Ich bin auch glücklich, dass ich weiter arbeiten kann. Dankbar bin ich vor allem, dass ich das Glück hatte, wieder vollständig zu genesen. Das größte Glück, und ich werde nicht müde, das zu betonen, ist jedoch die Liebe, die mir begegnet ist, die da ist, und die mich immer noch trägt.

Ich weiß nicht, wer sich daran erinnert, dass vor einigen Jahren bei der Fernsehsendung "Wetten dass...?" im ZDF vor laufender Kamera ein junger Mann bei einer Wette schwer verunglückt ist und zwar überlebt hat, jedoch aufgrund der dabei erlittenen Querschnittslähmung seine sportlichen Pläne aufgeben musste. Dieser junge Mann hat  mich damals beeindruckt: Nach einer gewissen Zeit hat er einen Fallschirmsprung gemacht und von einem Fernsehteam gefilmt und gefragt, wie es sich anfühlen würde, jetzt nach so einem Schicksalsschlag diesen Sprung zu wagen. Er schüttelte beinahe ein bisschen unwillig den Kopf und meinte: "Wissen Sie, mir geht es gut! Mir ist so viel Liebe entgegengebracht worden. Das hat mir bei der Heilung geholfen. Ich denke immer: Was ich an Liebe empfange, das gebe ich sofort wieder weiter. Das behalte ich nicht für mich"

Das werde ich nun ebenfalls versuchen und ich hoffe, dass die Liebe zu den Menschen, die mir begegnen und die mit mir zusammen arbeiten, spürbar sein wird.

Ich hoffe außerdem, dass diese sehr persönlichen Worte vielen Menschen Mut und Zuversicht auch in Leidenstagen geben können.

Nach langer Rekonvaleszenz geht es nun wieder fröhlich in die Zukunft: Als nächstes kommt das Pax Terra Musica - Friedensfestival, auf dem ich einen kleinen workshop zum Thema Achtsamkeit und Friedensbewegung anbieten werde.

Außerdem ist von meiner Freundin Andrea Drescher das Buchprojekt "Wir sind Frieden" fertig geworden und noch vieles anderes Spannendes wird passieren. Ich erzähle später mehr davon.

Ich hoffe, wir sehen uns bei einer dieser Gelegenheiten wieder. Ich freue mich schon darauf.

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Borowita-Promo-Clip auf youtube!

Ich war Ende September als Gast auf einer Friedenstagung "Pax - Erster Welfrieden" eingeladen und habe an deren Ende eine Podiumsdiskussion geleitet. Das wurde aufgezeichnet und ein kleiner Promo-Clip produziert, den ich heute freudig präsentiere.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Dirk Lukas-Larsen von visuart.tv bedanken, der nicht nur ein großartiger Eventtechniker, sondern auch ein feiner, wacher und bewusster Mensch ist. Er hat den clip gesponsort, der Sache wegen und dafür gebührt ihm wirklich mein Dank!


https://youtu.be/y6V_K_PrxiQ

 

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Woher kommt die Kraft zur Veränderung?

Woher kommt die Kraft zur Veränderung?

Die Suche nach dem Glück ist eine der Kraftquellen für notwendigen Widerstand

Häufig denken wir, Glück bräuchte einen „großen Auftritt“, das heißt, viel Zeit, oder ein besonderes „Setting“, das einladend wirkt. Manchmal braucht es einfach nur unseren achtsamen Blick. Deshalb sei hier kurz von einem meiner Glücksmomente erzählt.

Ich sitze am Schreibtisch und arbeite, während draußen die Sonne scheint. Es zieht mich förmlich nach draußen, aber ich stehe unter Termindruck, schreibe also weiter. Als endlich Zeit ist für eine Pause, gehe ich raus. Bereits nach wenigen Metern schüttet es wie aus Eimern und ich werde tüchtig nass. Darüber könnte ich mich jetzt genauso tüchtig aufregen, doch ich habe keine Lust, mir meine wertvolle Pause noch mit Ärger zu versauen. Außerdem fällt mir auf, dass die Sonne während des Regens scheint und mir wird klar, dass ich nur auf die Gegenseite der Sonne gucken muss, um ihn zu finden: Den farbenprächtigsten Regenbogen, den ich seit langem gesehen hatte, und der majestätisch die Baumwipfel umschließt – um in wenigen Minuten wieder zu verschwinden. Auf dem Rückweg gibt es dann noch ein weiteres Geschenk der Natur, das sich erst durch lautstarkes Rufen ankündigt und sich kaum unterscheidet von dem Elektrospielzeug-Monstertruck, den ein Junge über den Waldboden rasen lässt. Wahrscheinlich sein persönlicher Glücksmoment. Ich wende wieder den Blick in den Himmel und sehe in schönsten Formationen fliegend unzählige Kraniche, die aus ihrem Winterquartier zurückkehren und die uns wissen lassen, dass der Frühling kommt. Wie jedes Jahr.
Als ich nach Hause komme, motzt mich mein Nachbar wegen irgendeiner Kleinigkeit an. Das macht er öfter, seit er in Rente ist. Die halbe Nachbarschaft hat er schon durch unsinnige Streitigkeiten gegen sich aufgebracht. Heute kann ich gar nicht anders: Ich deute gen Himmel und rufe ihm strahlend zu: „Ich habe Kraniche gesehen. Sie kommen zurück.“ Plötzlich hellt sich sein ganzes Gesicht auf, er nickt und lächelt mich warmherzig an. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass er das kann.

Glück ist also wirklich eine ganz unglaublich ansteckende und kraftvolle Sache. Gerade diese Kraft ist es, für die es sich lohnt, die Aufmerksamkeit auf Augenblicke des Glücks zu richten.

Ich habe von meiner Glückssuche erzählt, weil der Charakter von Glück der ist, sich zu vermehren, sobald man es teilt. Mit der Kraft, die dem Glück innewohnt verhält es sich ebenso. Wenn wir die Geschichten und Momente des Glücks mit anderen teilen, kann das viele Menschen stärken. Momente des Glücks kennt jeder, egal ob arm oder reich, rechts oder links, alt oder jung. Glück spricht uns als Mensch an und verbindet uns mit anderen in positiver Weise.

So betrachtet lässt sich sagen, dass die Suche nach Momenten des Glücks ein Beitrag zur Friedensarbeit sein kann.

Machen wir uns also auf die Suche nach diesen Juwelen, die manchmal sehr tief vergraben scheinen, und bringen ihr Funkeln ans Licht!

zuerst veröffentlicht bei:
https://www.rubikon.news/artikel/woher-kommt-die-kraft-zur-veranderung

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Es geht um unseren Frieden

Immer wieder lesen und hören wir von fürchterlichen Kriegen, die das Leben vieler Menschen zerstören. Diese Menschen verlassen die Kriegsgebiete und kommen zu uns als Flüchtlinge. Scheinbar plötzlich gibt es eine "Flüchtlingskrise" und "Krieg gegen Terror". Diesen Themen können wir uns kaum entziehen. Die Nachrichten und auch das Internet sind voll von solchen Geschichten. Nun lernen wir in unserem unmittelbaren Umfeld Menschen kennen, die uns ihre Geschichte erzählen.

Plötzlich rückt die Frage bedrängend an uns heran: Was hat das alles mit mir zu tun? Mit mir als Mensch? Was kann ich tun? Häufig macht sich da Resignation breit, man könne nichts machen. "Die Politik" oder "die Wirtschaft" werden diffus als übermächtig in einer Welt erlebt, in welcher der einzelne in seinem Handlungsspielraum eingeschränkt zu sein scheint.

Doch es gibt auch andere Geschichten zu erzählen. Geschichten von Solidarität. Geschichten, die voll sind von Mitgefühl und die getragen sind von Liebe. Es sind auch Geschichten, die zeigen wie der Mensch über sich hinauswachsen kann. Es sind Geschichten des Gelingens von Frieden.

Ich bin interessiert an diesen "Geschichten des Gelingens", wie der Sozialpsychologe Harald Welzer sagt. Das Entdecken und Erweitern meiner Handlungsspielräume ist dabei nicht nur wichtig, sondern kann auch Spaß machen und zu Glück und Lebensfreude führen.

Es wird sich zeigen, welche Geschichten es sind, die von Dauer sind, die von Krieg oder die von Frieden. Es liegt an und in jedem einzelnen von uns. Schreiben wir zusammen Geschichte! Eine Geschichte des Gelingens. Jeder in seiner individuellen Weise und doch gemeinsam.

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Mit Achtsamkeit in das Neue Jahr gehen

Ich wünsche allen ein glückliches und friedliches Neues Jahr!

Übergänge brauchen Zeit und Raum zum Reifen. Deshalb gebe ich an drei Abenden die Möglichkeit, den Übergang in das Neue Jahr zu gestalten. Silvester und Neujahr sind vorüber und das alte Jahr wurde verabschiedet. Es blieb dabei oft wenig Zeit zur Besinnung und Neu-Orientierung.

Zum Jahresbeginn nehmen wir uns die Zeit und gehen in die Stille. In der Stille kann sich das Neue zeigen und bemerkbar machen.

In Meditationen und sanften Körper- und Achtsamkeitsübungen gehen wir den Fragen nach:

Was war wichtig im alten Jahr und was darf jetzt losgelassen werden? Wohin möchte ich mich im neuen Jahr ausrichten? Kenne ich meine Ziele? Wie behalte ich meine Ziele auch im Laufe des Jahres im Blick? Welche meiner Potentiale kenne ich? Wie gelingt mir ein achtsamer Umgang mit meinen Ressourcen im Alltag? Wie höre ich auf meine innere Stimme? Gibt es Potential in mir, das ich noch gar nicht kenne?

 

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Wolfgang Effenberger: Trump´s Wahlsieg. Garant für den Weltfrieden?

Zum Thema Frieden wird von Experten viel veröffentlicht. So auch von dem Historiker Wolfgang Effenberger. Einige kennen ihn vielleicht von seinem Bestseller "Die Wiederkehr der Hasardeure", den er mit Willy Wimmer geschrieben hat.

Hier ist sein neuester Artikel:

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Meine Rezension des neuen Buches des Friedensforschers Daniele Ganser

Das im Oktober 2016 im Orell Füssli Verlag erschienene Buch „Illegale Kriege. Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren.“ von Daniele Ganser beantwortet viele Fragen, die sich dem friedensbewegten Menschen heutzutage stellen. Eine davon lautet: Warum werden illegal, also trotz weltweiten Kriegsverbotes durch die UNO, weltweit Kriege geführt? Am Beispiel von 13 Ländern wird aufgezeigt, wie die Wirksamkeit der UNO vor allem durch Einfluss der NATO-Länder untergraben wurde und wird. 

Für den Leser aus Deutschland ist das Buch ein "must read". Ganser beschreibt zum Beispiel, wie es 54 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges wieder zu deutscher Beteiligung an Kriegen kommen konnte. Besonders für die deutsche Friedensbewegung ist es wichtig zu wissen, warum und wie Deutschland sich an den Kriegen gegen Serbien 1999 beteiligt hat und gegen Afghanistan seit 2001 und gegen Syrien seit 2015 immer noch beteiligt.

Ganser versteht es, komplizierte Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen. Das hat den Vorteil, dass sowohl der gut informierte wie auch der weniger informierte Leser ein solides und klar strukturiertes Wissens- und Argumentationsfundament zur Verfügung gestellt bekommt, zum Beispiel zum Thema Ukraine, Jemen und Syrien. Insofern kann das Buch ein Hand- und Arbeitsbuch für die Friedensbewegung sein.

Was Ganser ebenfalls auszeichnet, ist das ständige Herstellen von Bezügen. So macht er beispielsweise deutlich, dass wenn kritisch von „USA“ und „US-Imperium“ die Rede ist, damit eine machtvolle reiche Elite gemeint ist, die nur 1% der Gesamtbevölkerung Amerikas ausmacht, also 3 Millionen Menschen. Die restlichen 99% der Bevölkerung Amerikas sind wahrscheinlich überwiegend ehrlich, großzügig und friedlich.

Das ist auch ein Grund, weshalb es weiterhin „richtig und wichtig erscheint, das Gewaltverbot der UNO zu achten und zu stärken“. Denn die Ineffizienz der UNO liegt Ganser zufolge nicht in ihrem System begründet, sondern darin, dass gelogen wird. „Jede Reform der UNO, die das dominante Problem der Lügen nicht einbezieht, muss längerfristig scheitern.“

Medienkompetenz, Energiewende, aber auch persönliches Wachstum sind demnach wichtige Faktoren, die zu einer Veränderung führen können. Es lohnt sich also, weiter engagiert zu sein und nicht in Resignation zu verfallen. Denn nach wie vor gehört die UNO-Charta „zu den wertvollsten historischen Dokumenten“ des 21. Jahrhunderts und sie kann der Friedensbewegung als Orientierung dienen. 

Fazit: Ganser liefert mit seinem Buch Fakten und Argumente, welche die Friedensbewegung stärken können. Es ist ein wichtiges und wertvolles Buch.

(Bochum, 01.11.2016)

Daniele Ganser
Illegale Kriege
Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren
Eine Chronik von Kuba bis Syrien
Orell Füssli Verlag, Zürich 2016
374 Seiten
ISBN: 978-3-280-05631-8
 

ebenfalls veröffentlicht unter

https://www.danieleganser.ch

http://www.deanreed.de/AmericanRebel/jahr2016.html

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Großer Gesang - Ein Gedicht von Jens Wernicke

Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.

(Joseph Freiherr von Eichendorff)

Er hat recht:
Es schläft ein Lied in allen Dingen
schläft auch
in mir

Und unrecht doch zugleich, denn:
Es sind viele Lieder
und manche davon
habe ich niemals zuvor erhört

Erst war ich traurig
ob der Tatsache
dass von meinen 1.000 Teilen
etwa 600 fehlten
nach dem letzten Sturz

Inzwischen
ändert die Perspektive sich
denn Deine inneren Lieder
erzeugen in mir Resonanz
bringen Dinge zum Vorschein und Schwingen
von denen ich nicht einmal ahnte
dass sie als Schätze
in mir vergraben sind

Eine kleine Melodie
ist da bereits
mit neuem Puls
und viel wärmerem Takt als zuvor
kein Lied noch nicht, nein
erst recht kein großer Gesang

und dennoch
nein eben drum
will ich fortan
nur noch unter Singenden sein
denn meine Schätze finden
Gesang werden
das kann ich
nicht ohne Resonanz
vermag ich
nicht allein

(verwendet mit freundlicher Genehmigung von Jens Wernicke. Quelle: https://jensewernicke.wordpress.com/2012/12/09/grosser-gesang/)

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Es geht um unseren Frieden

Immer wieder lesen und hören wir von fürchterlichen Kriegen, die das Leben vieler Menschen zerstören. Diese Menschen verlassen die Kriegsgebiete und kommen zu uns als Flüchtlinge. Scheinbar plötzlich gibt es eine "Flüchtlingskrise" und "Krieg gegen Terror". Diesen Themen können wir uns kaum entziehen. Die Nachrichten und auch das Internet sind voll von solchen Geschichten. Nun lernen wir in unserem unmittelbaren Umfeld Menschen kennen, die uns ihre Geschichte erzählen.

Plötzlich rückt die Frage bedrängend an uns heran: Was hat das alles mit mir zu tun? Mit mir als Mensch? Was kann ich tun? Häufig macht sich da Resignation breit, man könne nichts machen. "Die Politik" oder "die Wirtschaft" werden diffus als übermächtig in einer Welt erlebt, in welcher der einzelne in seinem Handlungsspielraum eingeschränkt zu sein scheint.

Doch es gibt auch andere Geschichten zu erzählen. Geschichten von Solidarität. Geschichten, die voll sind von Mitgefühl und die getragen sind von Liebe. Es sind auch Geschichten, die zeigen wie der Mensch über sich hinauswachsen kann. Es sind Geschichten des Gelingens von Frieden.

Ich bin interessiert an diesen "Geschichten des Gelingens", wie der Sozialpsychologe Harald Welzer sagt. Das Entdecken und Erweitern meiner Handlungsspielräume ist dabei nicht nur wichtig, sondern kann auch Spaß machen und zu Glück und Lebensfreude führen.

Es wird sich zeigen, welche Geschichten es sind, die von Dauer sind, die von Krieg oder die von Frieden. Es liegt an und in jedem einzelnen von uns. Schreiben wir zusammen Geschichte! Eine Geschichte des Gelingens. Jeder in seiner individuellen Weise und doch gemeinsam.

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Streit und Konflikte lösen - borowita unterstützt Sie dabei

Konflikte lösen

Es gibt so viele Möglichkeiten sich zu streiten, wie es Menschen gibt. Es kann Konflikte mit den Nachbarn, den Lehrern in der Schule, den Eltern, dem Chef, dem Partner oder der Partnerin, Kollegen oder Freunden geben. Wenn wir mit jemandem in Streit geraten, beeinflusst das unser Wohlbefinden enorm und wir kommen in Stress, was wiederum bedeutet, dass wir viel Energie verbrauchen.

Da wir in der Regel viel lieber Harmonie möchten, gibt es glücklicherweise auch mehr Konfliktlösungen als es Menschen gibt.
Ich führe sie durch den Dschungel an Möglichkeiten, Konflikten positiv zu begegnen, sie zu lösen oder sogar zu nutzen und helfe Ihnen, Ihren eigenen Weg zu einer gesunden Streitkultur zu finden.

Das nächste Coaching-Seminar zum Thema "Streit und Zankerei. Was nun?" findet am 09.04.2016 bei mir in Bochum-Langendreer statt.

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Singen - Kursprogramm Borowita

Singen lernen

Das Potential der eigenen Stimme können Sie in den von Borowita angebotenen Kursen erforschen, denn eins steht fest: Singen kann jeder.

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Ein guter Start ins neue Jahr

Finden Sie in unseren Meditationsabenden die Gelegenheit sich in Ruhe auf das neue Jahr vorzubereiten, sich Zeit zu nehmen für Besinnung und Neu-Orientierung.

Termine: 10.01.2016, 24.01.2016, 14.02.2016

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