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Rüdiger Lenz spricht mit Christiane Borowy über Empathie und Konflikte

Ich wurde von dem Konfliktexperten, Rüdiger Lenz (Nichtkampf-Prinzip, Die Fratze der Gewalt) für den Sender KenFm zum Gespräch eingeladen. In der Sendereihe "M-Pathie" haben wir uns eine Stunde lang zum Thema "Konflikte verstehen und mit Achtsamkeit bewältigen" und dessen Bedeutung für Individuum und Gesellschaft unterhalten.

 https://kenfm.de/m-pathie-christiane-borowy/

Wenn man versteht, wie Konflikte tendenziell ablaufen, hat man Orientierung und kann analysieren, was geschieht. Dadurch wird man nicht so leicht von Emotionen wie Wut oder Angst überwältigt.

Ein tieferes Verständnis von Konflikten ist also auch eine Hilfe, eine Kultur des friedlichen Lösens von Konflikten zu etablieren.

In einer Zeit, in der man sich angesichts vieler Kriege hilflos fühlen kann, eröffnet einem der Blick auf die eigene Konfliktfähigkeit die Möglichkeit, etwas für Frieden zu tun, indem man lernt, inneren Frieden zu kultivieren. Man kann die Welt nicht ändern, aber sich selbst.

In der Folge kann sich tiefer Frieden in den eigenen Beziehungen entwickeln. Man befriedet also durch Verständnis von Konflikten und dem Schulen der eigenen Konfliktfähigkeit das unmittelbare Umfeld.

Das ist ein Beitrag zum Frieden, den jeder leisten kann und der Freude bringt, auch in Situationen, die zumächst sehr festgesetzt und verfahren scheinen.

Achtsamkeit, das heißt das Beobachten der eigenen Gedanken und Gefühle verschafft dabei Zeit, den Blick auf das Konfliktgeschehen zu richten und sich wieder zu entspannen.

Achtsamkeit bedeutet auch, einen empathischen Blick auf sich selbst zu haben. Viele Konflikte lassen sich dadurch schon entschärfen, dass man sich selbst friedlich anspricht. Dann klappt´s auch mit dem Nachbarn.

Frieden bedeutet dabei keineswegs, wegzulächeln, wenn einem Übles angetan wird. Im Gegenteil ist es manchmal gut zu wissen, wenn ein Konflikt so weit eskaliert ist, dass Reden und Debattieren keinen Sinn mehr hat. Da kann es eine Hilfe sein, sich an eine Stelle zu wenden, die den Konflikt löst oder man selbst steigt aus dem Konflikt aus, zum Beispiel durch Kontaktabbruch, Umzug, Jobwechsel etc, um sich zu schützen.

Das Prinzip der körperlichen uns seelischen Unversehrtheit steht an oberster Stelle. Dies zu berücksichtigen führt zu einer Haltung, in der unfriedliche Täter benannt werden können, jedoch auch das eigene Konfliktverhalten (wohlwollend) hinterfragt werden und souverän und empathisch durch die verschiedenen Arten von Konflikten navigiert werden kann.

Es war für mich ein sehr lebendiges und gleichzeitig berührendes Gespräch mit Rüdiger Lenz, der selbst aus seiner jahrelangen Arbeit mit Straftätern eine Theorie der Gewaltlosigkeit entwickelt hat.

 

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