Frieden

Frieden 1

Konflikt ist nicht das, was „die anderen haben“

Wenn man durch Achtsamkeit schafft, seine Gedanken und Gefühle zu beobachten, kann man feste Gewohnheiten im Denken und Fühlen lösen. Für einen angemessenen Umgang mit Differenzen und Gegensätzen braucht es jedoch mehr: Ein Wissen davon, was ein Konflikt überhaupt ist, welche Arten von Konflikten es gibt und welche „Selbstansteckungsmechanismen“, wie es der österreichische Politikwissenschaftler und Konfliktforscher Friedrich Glasl bezeichnet, in Konfliktsituationen ablaufen können.

Nicht jede Differenz oder jeder Gegensatz ist beispielsweise ein Konflikt. Glasl definiert Konflikt wie folgt:

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Frieden 2

Zirkularität von Konflikten

Konflikte haben eine zirkuläre Dynamik. Sie wird oft als „Gewaltspirale“ bezeichnet und beschreibt eine Art destruktives Perpetuum mobile in Konfliktsituationen. Bleibt dieser Charakter von Konflikten unbeachtet, kann er eine enorm, zerstörerische und Angst einflößende Kraft entfalten.

Am Anfang des Konfliktkreislaufes steht die Irritation: Man ist von dem Verhalten eines Menschen, dessen Meinung oder dessen Emotionen verunsichert. Das eigene Erleben wird als reaktiv erlebt, man sieht sich als Opfer. Das wiederum verzerrt die Wahrnehmung der Realität. Damit sich diese, nun verzerrte, Realität bewahrheitet, sucht man sich andere, die man von der Richtigkeit des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns überzeugen kann.

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Frieden 3

Auf das Wesentliche besinnen

Wozu die ganze Anstrengung? Glasl schreibt, dass Konfliktfähigkeit die Utopie vom Frieden retten könnte. Doch was ist der Nutzen? Auch hier ist wieder Achtsamkeit gefragt: Einmal einen Ein- und Ausatemzug lang könnte man sich vorstellen: Wer wäre ich, wenn ich Konflikte friedlich lösen könnte? Was hätte ich dadurch für eine Wirkung auf andere? Was könnte das zum Frieden beitragen? Was kenne ich für friedliche Momente, auch in meiner eigenen (Friedensbewegungs- und Menschheits-) Familie?

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