FRIEDEN

hier kommt nur ein anreißer hin kurz - stimmt nicht, der muss dahin wo Teasertext steht, nämlich wenn man auf das gekreuzte Werkzeug klickt

Friedensbewegung

In Zusammenarbeit mit Experten der Friedensforschung

Das scheint auf den ersten Blick etwas unübersichtlich. Das strukturschaffende Wort ist Beeinträchtigung. Wenn man merkt, dass man sich in seinen Interessen oder Meinungen voneinander unterscheidet, heißt das noch lange nicht, dass man einen Konflikt hat.

An dieser Stelle braucht es Achtsamkeit, um sich fragen zu können: „Bin ich in meinem Denken, Fühlen und Handeln tatsächlich beeinträchtigt?“. Es könnte passieren, dass die Antwort lautet: „Nein, es ist nur eine andere Meinung. Er hat die. Ich habe eine andere.“ oder „Sein Verhalten gefällt mir nicht, aber beeinträchtigen tut es mich nicht“.

Die Frage, was ein Konflikt tatsächlich ist, zieht andere Fragen nach sich und es wird deutlich, wie wichtig dieser kurze Moment der Achtsamkeit ist, sich diese Frage(n) zu stellen, weil dadurch das Losbrechen stereotyper und eskalierender Verhaltensweisen unterbrochen ist.

Zu diesen stereotypen Verhaltensweisen in Konfliktsituationen gehört im Denken die Annahme, dass man selbst in einem Konflikt nur der Reagierende ist. „Ich musste ja so reagieren, weil der andere...“ und der Konfliktpartner sieht das umgekehrt genauso „Ich musste das mal sagen, weil der...“.

So dreht sich die Sache im Kreis.

Zirkularität von Konflikten

Konflikte haben eine zirkuläre Dynamik. Sie wird oft als „Gewaltspirale“ bezeichnet und beschreibt eine Art destruktives Perpetuum mobile in Konfliktsituationen. Bleibt dieser Charakter von Konflikten unbeachtet, kann er eine enorm, zerstörerische und Angst einflößende Kraft entfalten.

Am Anfang des Konfliktkreislaufes steht die Irritation: Man ist von dem Verhalten eines Menschen, dessen Meinung oder dessen Emotionen verunsichert. Das eigene Erleben wird als reaktiv erlebt, man sieht sich als Opfer. Das wiederum verzerrt die Wahrnehmung der Realität. Damit sich diese, nun verzerrte, Realität bewahrheitet, sucht man sich andere, die man von der Richtigkeit des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns überzeugen kann. Glasl nennt das „soziale Ansteckung“, was den viralen Charakter eines Konfliktes unterstreicht. Schließlich kommt man an den Punkt, an dem es sehr schwer wird, sich überhaupt noch in die Lage des anderen zu versetzen. Es kommt also zu Empathieverlust. Dies wiederum führt zum dargestellten stereotypen Verlauf von Irritation, verzerrter Wahrnehmung, sozialer Ansteckung und Empathieverlust.

Der Schluss darf natürlich kein fatalistischer sein, dass dann alles so bleiben sollte, weil Konflikte nun mal so ablaufen.

Denn aus den eingangs gezeigten Gründen täte die Friedensbewegung gut daran, sich intensiv mit dem Thema Achtsamkeit und Konflikt auseinanderzusetzen, wenn sie erstens verhindern will, dass sie von innen heraus gespalten wird und zweitens zu einer Gruppenstärke heranwachsen will, die in der Lage ist, eine Gegenmacht zu Kriegsbefürwortern zu bilden.

Deshalb sind das Wissen um Konfliktmerkmale in Kombination mit Achtsamkeit wichtige Faktoren auf dem Weg zu einem friedlichen Miteinander. Einen Konflikt zu verstehen bedeutet, dass die Angst vor Konfliktsituationen abnimmt, weil man etwas darüber weiß, was abläuft. Dadurch kann man sein Verhalten ändern und das wiederum verändert den Ausgang des Konfliktes in etwas Konstruktives.

Auf das Wesentliche besinnen

Wozu die ganze Anstrengung? Glasl schreibt, dass Konfliktfähigkeit die Utopie vom Frieden retten könnte. Doch was ist der Nutzen? Auch hier ist wieder Achtsamkeit gefragt: Einmal einen Ein- und Ausatemzug lang könnte man sich vorstellen: Wer wäre ich, wenn ich Konflikte friedlich lösen könnte? Was hätte ich dadurch für eine Wirkung auf andere? Was könnte das zum Frieden beitragen? Was kenne ich für friedliche Momente, auch in meiner eigenen (Friedensbewegungs- und Menschheits-) Familie?

Wenn es einem dann gelingt, einen Konflikt durch Änderung des eigenen Verhaltens umzuwandeln, wird man vielleicht feststellen können, was für eine Erleichterung und Freude das sein kann. Wenn man etwas Neues ausprobiert, kann man auch positive Erfahrungen machen. Das Positive an Konflikten kann sein, dass man seine Kraft spürt und seine Bedürfnisse erfüllt bekommt. Ein Mensch, mit dem man sich in konstruktiver anstatt destruktiver Weise gestritten hat, rückt einem näher. Das wiederum nimmt Konflikten ihren bedrohlichen Charakter, führt uns aus der Angst und stärkt unseren Mut.

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